Geringes Selbstvertrauen

Zunächst einmal die gute Nachricht: ein geringes Selbstvertrauen ist nicht angeboren, das heißt, dass kein Mensch damit bereits auf die Welt kommt. Ein geringes Selbstvertrauen ist also immer erlernt oder antrainiert.

Von klein auf wurde Ihnen möglicherweise immer wieder erklärt, dass Sie für dieses zu klein seien oder dass Sie jenes sowieso nicht können. Solche Aussagen haben Sie vielleicht in den folgenden Jahren in unterschiedlichen Varianten immer wieder zu hören bekommen. Vielleicht Aussagen wie „Das war ja klar, dass Du das nicht hinbekommst“ oder „Jedes Kleinkind könnte das besser als Du“ und so weiter und so weiter.

Solche Aussagen bleiben im Gedächtnis haften und irgendwann ist es so weit, dass Sie sich selbst nichts mehr zutrauen und sich sagen, dass Sie das ja sowieso nicht können. Konditioniert durch diese früheren Aussagen erklärt Ihnen die Stimme in Ihrem Hinterkopf also immer wieder, teils mit sehr hässlichen Worten, dass Sie sowieso nichts können. Je häufiger Sie solche Gedanken zulassen, desto eher tritt der Zeitpunkt ein, an dem Sie sich für unfähig, hässlich und absolut frei von jeglicher Intelligenz halten.

Solche Gedanken sorgen schlussendlich dafür, dass Sie sich klein fühlen. Ihre Partnerschaft hat vielleicht dafür gesorgt, dass diese Gedanken nicht mehr so häufig auftraten, doch vielleicht hat ein ähnliches Erlebnis in einer früheren Beziehung dafür gesorgt, dass Sie die damaligen Vorkommnisse noch einmal erleben. Auf Grund Ihres geringen Selbstvertrauens wettert der Kritiker in Ihrem Kopf, dass es ja so kommen musste.

Der Kreislauf ist geschlossen und egal, wohin Sie auch versuchen zu entfliehen, immer rennen Sie gegen eine Wand, die erst einmal durchbrochen werden muss, damit Sie wieder frei atmen, zur Ruhe kommen und das Monster Eifersucht endlich besiegen können.

Was können Sie also tun, um Ihr Selbstvertrauen zu stärken?

Eine auf der einen Seite sehr einfache, auf der anderen Seite allerdings äußerst schwierige Übung zur Stärkung des Selbstvertrauens ist, sich immer und immer wieder selbst zu sagen „Ich mag Dich“. Sprechen Sie diesen Satz laut und sprechen Sie sich dabei ruhig beim Vornamen an. Anfänglich kommt es Ihnen fremd vor, laut mit sich selbst zu sprechen. Auch Ihre Stimme wird Ihnen irgendwie fremd vorkommen. Außerdem sollten Sie sich auch darauf gefasst machen, dass Sie zunächst das Gefühl haben werden, sich selbst etwas vor zu lügen.

Im Laufe der Zeit wird dieses Gefühl aber nachlassen und zwar, sobald Sie sich selbst von Ihrer Aussage überzeugt haben. Und nicht nur das ungute Gefühl über die Aussage an sich, sondern auch was Ihre Stimme betrifft, wird nach und nach leiser und dann verstummen. Es ist tatsächlich so: Ihr Unterbewusstsein lässt sich von Ihnen beeinflussen. Sie müssen es nur tun.

Dazu sollten Sie einmal auflisten, woraus Ihre Persönlichkeit besteht, das heißt, welche Eigenschaften haben Sie und welche Verhaltensweisen sind Ihnen eigen. Unterteilen Sie diese Liste in die drei folgenden Bereiche: Mag ich / Damit kann ich leben / lehne ich ab.

Über die erste Spalte braucht nicht groß gesprochen werden. Der mittlere Bereich, mit dem Sie leben können sowie die Dinge, die Sie ablehnen erfordert Ihre Aufmerksamkeit. Machen Sie sich bewusst, dass diese Eigenschaften Ihre Person und Persönlichkeit ausmachen. Sagen Sie sich selbst, dass Sie sich so annehmen können, wie Sie sind. Auch Sie sind nur ein Mensch aus Fleisch und Blut, bestehend aus Fehlern und Stärken. Sie müssen nicht perfekt sein, um von anderen geschätzt und geliebt zu werden.

Bei den Eigenschaften oder Verhaltensweisen, die Sie absolut ablehnen, können Sie natürlich auch versuchen, daran zu arbeiten. Wenn Sie zum Beispiel der Meinung sind, dass Sie dringend abnehmen sollten, wäre es also vielleicht an der Zeit, ein Sportstudio aufzusuchen. Überlegen Sie sich, welche Vorteile es Ihnen möglicherweise bringt, die Kraft aufzubringen, ein solches Training durchzuführen.

Versuchen Sie, positiv zu denken. Destruktive Menschen denken am Abend darüber nach oder berichten ihrem Partner davon, was an diesem Tag nicht geklappt hat. Mit solchen Gedanken ziehen Sie sich selbst herunter und erwecken bei Ihrem Gesprächspartner den Eindruck, dass Sie nichts können. Denken Sie lieber darüber nach oder berichten Sie davon, was an diesem Tag alles geklappt hat. Welche positiven Erlebnisse Sie hatten.

Wenn Sie zum Beispiel im Verkauf tätig sind sollten Sie am Abend nicht darüber nachdenken, wie viele Verkäufe Ihnen nicht gelungen sind. Denken Sie doch lieber darüber, wie viele Verkäufe Ihnen gelungen sind und wie Sie die Zahl Ihrer Verkäufe möglicherweise noch steigern können. Solche positiven Gedanken wirken sich auf Ihr Gesamtbefinden und dadurch auch auf Ihre Beziehung zu anderen Menschen.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg dabei, Ihr Selbstbewusstsein zu stärken.