Anzeichen für Verlustangst in einer Beziehung

Die Verlustangst bezeichnet die Furcht eines Menschen, den Partner verlieren zu können. Die Angst davor, plötzlich verlassen zu werden oder auch den Tod des geliebten Menschen, hervorgerufen durch einen Unfall oder eine Krankheit. Diese Angst ist zunächst einmal nichts Unnatürliches, denn Niemand möchte gern den Verlust des Partners erleiden. Als krankhaft bezeichnet man diese Angst erst dann, wenn es für diesen plötzlichen Verlust eigentlich keinerlei Anzeichen gibt. Der Partner ist wohlauf und es gibt auch sonst keinen Grund, an seiner Treue zu zweifeln.

Auch wenn die Betroffenen sich selbst darüber im Klaren sind, dass ihre Ängste unbegründet sind, so sind sie jedoch nicht in der Lage, diese Furcht loszuwerden. Sie stehen dieser Situation schlicht und ergreifend macht- und hilflos gegenüber. Dabei leiden sie selbst am meisten darunter und sind häufig nicht in der Lage, einen normalen Tagesablauf zu bestreiten. Ihre Gedanken kreisen stets darum, wie es dem Partner gerade geht, was er wohl macht und vor allem mit wem er etwas macht.

Anzeichen für krankhafte Verlustangst

Als Anzeichen für krankhafte Verlustangst bei Ihrem Partner können Sie folgende Punkte in Betracht ziehen:

Ihr Partner fürchtet sich stets um Ihren Gesundheitszustand. Er drängt Sie förmlich zu ständigen Kontrollbesuchen beim Arzt und selbst kleinste Beschwerden werden dramatisiert. Müssen Sie sich womöglich immer wieder melden, um ihm zu versichern, dass Sie gut angekommen sind? Und das selbst bei alltäglichen und sich wiederholenden Wegen? Dann wäre es hilfreich zu wissen, ob er schon mal einen Partner oder einen anderen geliebten Menschen durch Krankheit oder einen Unfall verloren hat. Ist dies der Fall, dann kann man hier auf übersteigerte Verlustangst schließen.

Menschen mit krankhafter Verlustangst klammern sehr stark und erdrücken den Partner förmlich mit ihrer Fürsorge und Liebe. Man hat oft das Gefühl, als würde der Partner einem die Luft zum Atmen nehmen. Die Betroffenen wollen, wenn möglich, jede Minute mit dem Partner verbringen. Sie wollen so sicherstellen, dass dem Partner nichts zustößt oder er sich gar anderweitig umschaut. Der Partner reagiert darauf, verständlicherweise, mit Rückzug. Dies hat allerdings zur Folge, dass der Betroffene nun noch verstärkt klammert. Der daraus resultierende Teufelskreis ist nur sehr schwer zu durchbrechen.

Manche Menschen fürchten sich extrem vor dem Verlust

Bei vielen Menschen ist die Furcht davor plötzlich allein zu sein, so stark ausgeprägt, dass sie sogar zu Selbstaufgabe neigen. Sie tun alles, um dem Partner zu gefallen und werden es unter allen Umständen vermeiden, ihn zu verärgern. Dem Partner wird jeder Wunsch von den Augen abgelesen und der Betroffene zeichnet sich dadurch aus, dass er seine eigenen Bedürfnisse hinten anstellt. Dadurch sinkt ihr ohnehin schon niedriges Selbstwertgefühl noch weiter und sie verlieren sich geradezu in ihren Verlustängsten.

Kontrolliert Sie Ihr Partner über Gebühr?

Womöglich kontrolliert Ihr Partner Sie aber auch auf Schritt und Tritt und möchte über jeden Ihrer Schritte Rechenschaft abgelegt bekommen. Sie leiden dann unter Kontrollanrufen und Überraschungsbesuchen auf ihrer Arbeitsstelle. Auch Sie werden auf kurz oder lang unter dieser Verlustangst leiden, denn diese übersteigerte Eifersucht des Partners, wird auch bald Ihren Alltag voll im Griff haben.

Werden ständig Liebesbeweise eingefordert?

Auch das ständige Einfordern von Liebesbeweisen kann ein Anzeichen von Verlustangst sein. Immer wieder wird der Partner gefragt, ob er den anderen noch liebt. Manchmal mehrmals täglich. Für die Betroffenen ist diese Bestätigung wie ein Lebenselexier und sie geben keine Ruhe, bevor sie sie erhalten haben.

Wird der Freitod angekündigt?

Als letzten Ausweg sehen die Betroffenen auch sehr häufig nur die Androhung des Suizid. Sie meinen, den Partner somit unter Druck setzen zu können, damit dieser sie nicht verlässt. Dabei übersehen sie vollkommen, dass sie schon längst die Ebene einer normal funktionierenden Partnerschaft verlassen haben. Ihr Fokus ist einzig und allein darauf gerichtet, die Beziehung fortzuführen und den Partner nicht zu verlieren.

Haben Sie also eines dieser Anzeichen bei Ihrem Partner verstärkt bemerkt, dann wäre es sicher ratsam, wenn Sie therapeutische Hilfe hinzuziehen würden. Mit Sicherheit ist auch Ihnen an Ihrer Partnerschaft gelegen und Sie möchten Ihrem Partner gern helfen. Dann zögern Sie nicht und setzen Sie sich gleich mit den richtigen Stellen in Verbindung. Ein Therapeut wird Ihrem Partner helfen, die Ursachen zu ergründen, denn diese sind dem Betroffenen meist selbst nicht bewusst. Er wird ihm zudem helfen, mit den Ängsten umzugehen und im besten Fall auch dabei, diese auf ein Normalmaß herunterzuschrauben.