Eifersucht Krankheit

War Ihnen bekannt, dass das Wort Eifersucht aus dem Althochdeutschen stammt und sich aus zwei Wörtern zusammensetzt? Eiver (das Herbe, Bittere) und Sucht (Krankheit, Seuche), sind die beiden Wörter, die das Wort Eifersucht, also in etwa bittere Krankheit, ergeben.

Jeder Mensch, der bereits einmal unter Eifersucht gelitten hat, wird bestätigen können, dass Eifersucht eine wahrlich bittere Krankheit ist – und das nicht nur für den darunter leidenden, sondern auch für die Umwelt oder den Partner.

Was ist eigentlich Eifersucht, woher kommt sie und was können Sie dagegen unternehmen?

In vielen Fällen entsteht Eifersucht bereits in der Kindheit, wenn die Eltern eines Kindes noch ein zweites Kind bekommen. Das erstgeborene Kind fühlt sich durch die Aufmerksamkeit, die seinem Geschwisterchen geschenkt wird, zurückgesetzt und reagiert eifersüchtig. Für die Eltern ist es natürlich selbstverständlich, Ihre Aufmerksamkeit dem neuen kleinen Erdenbürger zu schenken, doch für ihr erstgeborenes Kind ist dieses Verhalten unverständlich und verletzend.

In der Regel werden Einzelkinder, die die Liebe der Eltern mit keinem Geschwisterchen teilen mussten, Selbstvertrauen entwickeln, was sie zumeist vor Eifersucht schützen wird. Doch auch ein Einzelkind kann Eifersucht entwickeln, eben weil es die Liebe seiner Eltern mit niemand anderem teilen musste. Im späteren Leben kann diese ungeteilte Liebe und Aufmerksamkeit leicht zu einem Gefühl der Vernachlässigung führen, wenn ihm vom Partner (gefühlt) nicht ausreichend Aufmerksamkeit geschenkt wird. Aus diesem Gefühl der Vernachlässigung durch den Partner kann sich dann schnell ein Gefühl der Eifersucht und des Misstrauens gegen den Partner entwickeln.

Eifersucht tritt nicht nur unter Geschwistern oder in einer partnerschaftlichen Beziehung auf. Auch eine Freundschaft oder die Beziehung zwischen Eltern und Kind(ern) kann durch Eifersucht belastet werden. Die Verlustangst eines Menschen führt in partnerschaftlichen, freundschaftlichen sowie Eltern-Kind Beziehungen zu eifersüchtigen Reaktionen, die diese Beziehungen stark beeinträchtigen. Bei geschwisterlichen und freundschaftlichen Beziehungen kann neben der Verlustangst auch noch die Eifersucht auf berufliche oder private Erfolge hinzu kommen, was diese Beziehungen natürlich ebenfalls belastet.

Das einem Partner durch die Eifersucht entgegen gebrachte Misstrauen führt nach und nach zu einem Kontrollzwang, das heißt, dass ein eifersüchtiger Mensch nach und nach sein gesamtes Trachten und seine gesamte Aufmerksamkeit darauf ausrichtet, den Partner zu kontrollieren. Hierzu zählt heutzutage in den meisten Fällen die Kontrolle des Handys, um herauszufinden, mit wem der Partner telefoniert oder SMS schreibt. Darüber hinaus wird auch der Computer des Partners kontrolliert, um festzustellen, an wen der Partner E-Mails schreibt oder von wem er E-Mails empfängt.

Im Zeitalter des Internets hat sich eine weitere Form der Eifersucht, namens digitale Eifersucht, entwickelt. Diese digitale Eifersucht richtet sich auf die Anmeldung des Partners in sozialen Netzwerken. Der eifersüchtige Mensch wird versuchen herauszufinden, mit wem der Partner sich dort unterhält, wer hat was und wann in der Pinwand des Partners hinterlassen, welche Personen haben die Profilseite des Partners besucht. Diese digitale Eifersucht kann sogar so weit führen, dass ein eifersüchtiger Mensch sich unter einem falschen Namen in dem Netzwerk anmelden, um sich unerkannt im Profil des Partners umschauen zu können.

Nach und nach wird die Eifersucht zu einer Obsession. Der Eifersüchtige wird ständig unter Druck stehen, was zu körperlichen und mentalen Reaktionen führt. Einschlafen wird schwierig, da das Kopfkino nicht abgestellt werden kann, was dazu führt, dass sich der Mensch am nächsten Morgen unausgeschlafen fühlt. Dies wiederum fährt zu Konzentrationsschwächen und verminderter Leistungsfähigkeit im Beruf. Unausgeschlafen wird der Mensch auch leicht reizbar auf Bemerkungen seines Partners oder seiner Kollegen reagieren, wodurch er nur weiter unter Druck gesetzt wird. Störungen im Essverhalten sind ein weiteres Merkmal, welches mit Eifersucht einher gehen kann.


Was also tun gegen Eifersucht?

Die Stärkung Ihres Selbstwertgefühls und Ihres Selbstbewusstseins stehen sicherlich ganz weit oben auf der to-do Liste. An allererster Stelle jedoch steht Ihre Bereitschaft, sich überhaupt erst einmal einzugestehen, dass Sie unter Ihrer Eifersucht leiden und etwas dagegen unternehmen möchten. Egal, was andere sagen – wenn Sie nichts ändern möchten, wird sich auch nichts ändern und Sie hindern sich selbst auch weiterhin daran, ein glückliches Leben zu führen.

Führen Sie offene Gespräche mit Ihrem Partner und Freunden. Bemühen Sie sich, den Teufelskreis der Eifersucht zu durchbrechen und einen anderen Blickwinkel zu erlangen. Hat Ihr Partner Ihnen wirklich und ganz realistisch betrachtet Grund zur Eifersucht gegeben, oder basiert Ihre Eifersucht nicht doch mehr auf Ihren Interpretationen denn auf realen Vorkommnissen?

Geben Sie sich Mühe damit aufzuhören, ständig über die folgenden Punkte nachzudenken:

  • Warum hat mein Partner etwas gesagt?
  • Warum hat mein Partner etwas nicht gesagt?
  • Wie hat mein Partner etwas gesagt?
  • Warum hat er es so und nicht anders gesagt?
  • Mit wem könnte mein Partner in diesem Augenblick telefonieren oder eine SMS schreiben?

Diese Liste ließe sich noch beinahe beliebig fortsetzen, doch wir gehen davon aus, dass Sie wissen, worauf wir hinaus wollen. Hören Sie auf, Ihr gesamtes Denken und Handeln nur auf Ihren Partner auszurichten.

Vergessen Sie nicht, dass Sie der wichtigste Mensch in Ihrem Leben sind und machen Sie sich und Ihre Gefühle nicht völlig von Ihrem Partner abhängig.

Konzentrieren Sie sich wieder auf Ihren Beruf und suchen sich für Ihre Freizeit eine Beschäftigung, der Sie auch ohne Ihren Partner nachgehen können. Besuchen Sie einen Fitnessclub, bilden Sie sich in Abendkursen beruflich weiter oder bauen Sie sich einen eigenen Freundeskreis auf.

Gerade das Training in einem Sportstudio hat verschiedene Vorteile für Sie. Sie sind geistig abgelenkt, weil Sie körperlich aktiv sind. Sportliche Aktivität ist gut für Ihren Körper und Ihre Seele. Da Sie im Laufe der Zeit feststellen, dass sich Ihre Fitness verbessert oder Sie Veränderungen an Ihrem Körper feststellen können, werden sich Ihr Selbstwertgefühl und auch Ihr Selbstbewusstsein verbessern.

Darüber hinaus steht Ihnen auch die Möglichkeit offen, sich psychologische Hilfe zu holen, sofern Sie der Meinung sind, dass Sie es allein nicht schaffen, das Monster Eifersucht zu besiegen. Wir wünschen Ihnen jedenfalls Erfolg auf Ihrem Weg und hoffen, dass Sie es schaffen, wieder ein glückliches und erfülltes Leben zu führen.